Warum die Zementproduktion so CO₂-intensiv ist
Die Zementindustrie ist für rund 8 % der weltweiten CO₂-Emissionen verantwortlich – eine Zahl, die seit Jahrzehnten stetig steigt. Bei der Zementherstellung werden große Mengen an CO₂ aus zwei Quellen freigesetzt:
- Verbrennung fossiler Brennstoffe: Hochtemperatur-Drehrohröfen – die traditionell mit Steinkohle, Braunkohle, Heizöl oder Erdgas betrieben werden – verbrauchen enorme Mengen an Energie.
- Chemische Emissionen bei der Klinkerherstellung: Bei der Kalzinierung von Kalkstein zu Klinker entsteht direkt CO₂. Allein dieser chemische Prozess ist für bis zu 50 % der gesamten Zementemissionen verantwortlich.
Zusammengenommen entsprechen diese Emissionen denen der großen Industrienationen. Ohne alternative Brennstoffe wird sich der CO₂-Fußabdruck der Zementindustrie weiter beschleunigt vergrößern.
Angesichts der Klimaziele für 2030 und 2053 stellen Zementhersteller dringend auf andere Energieträger um und verzichten zunehmend auf Kohle und andere fossile Brennstoffe. Eine der am schnellsten wachsenden Lösungen ist der Einsatz von SRF-Fluff (Solid Recovered Fuel) als alternative, kohlenstoffärmere Energiequelle. Die SRF-Trocknungstechnologie von Stronga ermöglicht es Zementwerken, SRF mit hohem Heizwert und geringem Feuchtigkeitsgehalt in ihren Öfen zu verwenden, wodurch Brennstoffkosten gesenkt, Emissionen reduziert und die Energieunabhängigkeit verbessert werden. Erfahren Sie mehr über unser Projekt mit OYAK Çimento in der Türkei.
FlowDrya FD38 SRF-Trocknungsanlage im Betrieb bei OYAK Çimento

Feuchtes SRF wird in den FlowDrya-Trichter eingefüllt
Warum Zementwerke auf SRF und Brennstoffe aus Abfall umsteigen
Warum setzen Zementhersteller weltweit SRF-Flock und andere aus Abfällen gewonnene Brennstoffe ein, um ihre Produktion dekarbonisieren?
- Anreize für die Kreislaufwirtschaft
- Steigende CO₂-Steuern
- Hohe Preise für fossile Brennstoffe und deren Schwankungen
- Druck seitens der Regierung zur Reduzierung industrieller Emissionen
- Große Mengen an nicht recycelbaren Abfallströmen, die sich zur energetischen Verwertung eignen
Da steigende Kosten das Geschäftsergebnis beeinträchtigten, wandte sich ein türkisches Zementwerk an Stronga mit dem Ziel, mithilfe eines Strömungstrockners sein SRF-Flockenmaterial auf einen für den Einsatz im Brennofen geeigneten Feuchtigkeitsgehalt zu trocknen.
Was sind „alternative Kraftstoffe“?
Zu den alternativen Brennstoffen zählen SRF, Reifengranulat, Biomasse-Reststoffe und andere nicht-fossile Abfallstoffe. Bei richtiger Aufbereitung weist SRF einen hohen Heizwert auf, wodurch es sich ideal für Hochtemperatur-Zementöfen eignet. Allerdings wird SRF häufig mit hohem Feuchtigkeitsgehalt in den Zementwerken angeliefert, insbesondere in der Regenzeit, sodass es ohne Trocknung nicht verwendet werden kann.
Das Trocknen von SRF ist aus folgenden Gründen unerlässlich:
- Feuchtes SRF verringert den Verbrennungswirkungsgrad
- Hoher Feuchtigkeitsgehalt führt zu Instabilität im Ofen und zu Emissionen
- Feuchtigkeitsbedingte VOCs erhöhen die Umweltbelastung
- SRF, das nicht den Spezifikationen entspricht, wird zurückgewiesen oder mit hohen Strafgebühren belegt
Durch die Trocknung von SRF auf einen Feuchtigkeitsgehalt von 20 % wird ein gleichbleibender, energiereicher Brennstoff gewonnen, der Kohle zu deutlich geringeren Kosten ersetzt. Der SRF-Trockner von Stronga nutzt die reichlich vorhandene Restwärme aus dem eigenen Ofen von OYAK Çimento und trägt so zur Energieeinsparung im Betrieb bei.
Insgesamt spielte Stronga eine entscheidende Rolle dabei, sicherzustellen, dass das SRF auf den optimalen Feuchtigkeitsgehalt gebracht wurde, um den Durchsatz zu maximieren, und trug gleichzeitig dazu bei, den Heizwert des Materials deutlich zu steigern.

Trockenes SRF – alternativer Brennstoff für die Zementherstellung
Lokale SRF-Versorgung und Anlageneffizienz
Durch die Verwendung von trockenem, lokal bezogenem SRF ist es unserem Kunden gelungen, vollständig energieunabhängig, betriebssicher und auf dem Zementmarkt noch wettbewerbsfähiger zu werden. Die Herstellung von trockenem SRF vor Ort hat OYAK erhebliche betriebliche Vorteile gebracht, darunter:
- Völlige Unabhängigkeit von den Schwankungen auf dem Markt für fossile Brennstoffe
- Niedrigere CO₂-Steuern aufgrund des geringeren Verbrauchs fossiler Brennstoffe
- Effiziente Nutzung der Restwärme aus dem Brennofen
- Weniger Deponieabfälle und verbesserte Nachhaltigkeitswerte
- Bessere Ausrichtung auf die Ziele der Kreislaufwirtschaft
- Stabile, vorhersehbare Beheizung des Brennofens
Mithilfe von FlowDrya ist OYAK nun in der Lage, seine lokale SRF-Versorgung in einen zuverlässigen, ganzjährigen Energiefluss umzuwandeln.

Nasses SRF
Was macht den „richtigen“ SRF-Trockner für Zementwerke aus?
Stronga lieferte zwei maßgeschneiderte FlowDrya FD38-Trockner an OYAK Çimento, die speziell auf folgende Faktoren ausgelegt sind: die örtlichen klimatischen Bedingungen, die saisonalen Niederschlagsmuster, die Flockeneigenschaften des SRF, den erforderlichen Durchsatz sowie die verfügbare Restwärme des Ofens mit niedriger Luftfeuchtigkeit.
FlowDrya lässt sich nahtlos in bestehende Förder-, Lager- und Brennstoffhandhabungssysteme integrieren und ermöglicht so eine vollautomatische Aufbereitung von SRF.

Zwei speziell angefertigte FlowDrya FD38 SRF-Trockner vor Ort in der Türkei
Die wichtigsten Merkmale der SRF-Trocknungstechnologie von Stronga
- Einfacher Aufbau ohne Riemen und mit wenigen Lagern, wodurch die Brandgefahr und die Wartungskosten erheblich reduziert werden.
- Ausgestattet mit einer Feinststoffschnecke, die das Material filtert und sicherstellt, dass keine „Nicht-SRF“-Verunreinigungen in den Ofen gelangen.
- Hydraulisch angetrieben mit PulseWave™-Rührwerk, das für ein gleichbleibend trockenes, hochkalorisches Endprodukt sorgt.
- Umweltfreundlich; nutzt Restwärme und verhindert gleichzeitig, dass SRF auf Deponien landet.
- Hohe Zuverlässigkeit bei Dauerbetrieb mit bis zu 8.500 Betriebsstunden pro Jahr.
- Ausgestattet mit DryStation™-HMI-Steuerungen, die Feuchtigkeitsparameter aufzeichnen und überwachen.
- Einfache Integration in bestehende Anlagen vor Ort (Förderbänder u. a.).
- Für bestimmte korrosive Materialien in korrosionsbeständiger Edelstahlausführung erhältlich.
- Kompakt – dimensioniert nach den Anforderungen des Kunden.
- Luftstromzonierung zur Gewährleistung einer effektiven Feuchtigkeitsentfernung.
Dekarbonisierung der Zementproduktion mit SRF-Trocknungstechnologie
Durch die Rückgewinnung des Materialwerts aus Abfall (SRF) mittels Trocknung lassen sich langfristig erhebliche Kosteneinsparungen erzielen und die Treibhausgasemissionen in die Atmosphäre reduzieren. Die Betriebe unseres Kunden, die für ihre positiven Erfolge und ihren Beitrag zur Nutzung alternativer Energien in der Zementindustrie anerkannt sind, haben durch die kluge Investition in Stronga-SRF-Trocknungssysteme nun ihre Effizienz noch weiter gesteigert.

Dekarbonisierung der Zementproduktion mit SRF-Trocknungstechnologie